Kuchen, Cupcakes und andere Kleinigkeiten

Kuchen, Cupcakes und andere Kleinigkeiten

Mirabellen-Nuss Kuchen

Mirabellen-Nuss Kuchen

Hallo Freunde, ich melde mich auch mal wieder zurück und das mit einem einfachen, schnellen und dennoch leckeren Mirabellen-Nuss Kuchen. Mir geht es gut, ich lebe noch, nur nicht mehr in Deutschland. Deswegen muss ich euch auch leider eine schlechte Nachricht mitteilen: Auf meinem Blog wird nicht mehr so viel Kontent kommen, wie am Anfang. Das liegt an folgendem Problem:

Brasilien

Brasilien an sich ist nicht das Problem, sondern eher die Küche, beziehungsweise die Zeit. Klar, ich könnte mir genug Zeit nehmen, wenn ich wollte, aber momentan gibt es noch so viele andere, spannende Dinge zu erleben. Nach drei Wochen habe ich mich einigermaßen im Projekt, der Wohnung und Umgebung eingelebt. Mein Projekt, in dem ich ein Jahr als Freiwillige Helferin arbeite, heißt ARCO Associação Beneficente und befindet sich in einer Favela am Randgebiet von São Paulo. Ich arbeite mit Kindern, momentan noch mit den Jüngsten im Alter von 2 Jahren. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, auch wenn sie gleichzeitig sehr anstrengend ist. Es ist laut und die Kindern wollen die ganze Zeit Aufmerksamkeit. Bei 11 Kindern und einer Erzieherin plus mir als freiwillige, ungelernte Helferin gar nicht so einfach. Sowohl Erzieher*innen als auch Freiwillige und sonstige Mitarbeiter werden von den kleinen “Tia” oder “Tio” genannt, was übersetzt “Tante” oder “Onkel” bedeutet. Finde ich irgendwie sehr süß.

In die einfachen Wörter wie “Hallo”, “Danke” und “Entschuldigung” sind zwar schnell gelernt, allerdings habe ich meine Probleme, die restlichen Wörter der Sprache zu verstehen. Klar, ich bin erst drei Wochen hier und klar, wenn man vorher quasi nichts konnte, ist es vorprogramiert, dass man am Anfang nichts versteht. Und mit jedem Tag kommen auch 1 oder 2 neue Wörter hinzu, aber schwer ist es trotzdem. Und frustrierend. Nicht zu verstehen, was die Leute um mich herum sagen ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Zum Glück bringen alle hier sehr viel Verständnis dafür auf, versuchen langsam und deutlich mit mir zu sprechen und wiederholen ihren Satz gerne auch noch ein 10. Mal. Anstrengend ist es aber trotzdem, wenn man höchstens die Grundidee versteht und nicht die einzelnen Wörter.
Auch für die Kinder tut es mir leid, wenn sie einem etwas erzählen wollen, aber man nicht versteht was sie sagen und dann eine Antwort erwartet wird. Meist reicht für sie ein einziges “Sim” – “Ja”, Kopfnicken oder erstauntes Gucken für sie aus, aber mir reicht es nicht. Ich will verstehen, was sie mir sagen. Ich möchte mit ihnen reden, mich mit ihnen unterhalten und wirklich auseinandersetzen können. Mir wurde zwar gesagt, nach drei Monaten spricht man schon soweit gut, dass das möglich ist, aber ich bin ungeduldig. Drei Monate sind lange.

 

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Ein weiterer Grund für weniger Kontent ist unsere Küche, genauer gesagt dessen Ausstattung. Wir haben keine Spring-, oder sonstige Backformen. Wir haben keinen Schneebesen oder Teigschaber und bis letztes Wochenende hatten wir keinen Mixer. Alles Probleme, die man lösen könnte, natürlich. Die fehlenden Gegenstände werden wir wahrscheinlich auch nach und nach besorgen, beziehungsweise lassen sich einfach durch Löffel und Gabel ersetzen. Den Mixer wollten wir uns zum Beispiel unbedingt gönnen, um aus den riesigen Wassermelonen Saft machen zu können.
Aber was macht man mit einem Gasbackofen? Habt ihr davor jemals von einem Haus mit Gasbackofen gehört?? Also, ich nicht!
Der Backofen funktioniert zwar, allerdings nicht ganz so wie er soll. Kuchen haben wir noch nicht ausprobiert, aber wenn die Kartoffeln für die Pommes nach einer Stunde im Ofen gerade mal gar sind, aber auf teufel komm raus nicht knusprig werden wollen, dann kann irgendwas nicht stimmen. Wir wollen uns bald mal an Kekse ranwagen, aber mit diesem Ofen kann ich euch leider keine passenden Zeitangaben präsentieren, da unsere zu den normalen Angaben wahrscheinlich stark abweichen werden.

Dafür habe ich vor, anderweitig ein bisschen rum zu probieren. Es gibt ein super leckeres Pancake Rezept, dass noch auf den Blog muss und da zwei der sechs Herdplatten funktioniert, müssen wir nur noch irgendwo Weizenmehl auftreiben. Oder wie wäre es mit Keksen aus der Pfanne? Kuchen aus dem Topf?

Passenderweise hat meine Kamera Sonntag den Geist aufgegeben. Ich bin gespannt, ob wir sie noch wieder hingebogen bekommen, aber die Chancen stehen schlecht. Sie geht nämlich nicht mehr an. Der Akku ist voll, aber das kleine “On” – Lämpchen leuchtet trotzdem nicht. Und mit dem Handy Fotos machen ist bei meiner Handyqualität vollkommen ausgeschlossen. Bedeutet: Es muss eine neue Kamera her. Vorübergehend kann ich die meiner Mitbewohnerin mitbenutzen, aber auf Dauer hätte ich schon gerne eine eigene. Von dem Standpunkt aus gesehen, dass wir im Januar getrennt reisen gehen werden, scheint mir dies auch sehr sinnvoll zu sein.

Bis dahin habe ich aber noch zwei, drei Rezepte gespeichert, die ich Zuhause schon probiert, fotografiert und für gut befunden habe. Eines davon ist dieser leckere Mirabellen-Nuss Kuchen, denn es zu meinem Geburtstagskaffee gab. Allzu spektakulär sieht er zwar nicht aus, aber dafür schmeckt er umso besser. “Besser als manch andere Kuchen, die wir so zu essen bekommen”, meinte meine Mutter und auch das Urteil von meinem Opa lässt darauf deuten, dass es ihm geschmeckt hat. “Sehr lecker”, meinte er und nahm sich das dritte Stück. Und dabei kommt der Kuchen sogar fast ohne Mehl aus!
Da die Mirabellen Saison ja mittlerweile vorbei ist, oder nicht jeder wie meine Eltern Zuhause in Deutschland einen Mirabellenbaum im Garten stehen hat, rate ich euch dazu den Kuchen auch mal mit anderen Früchten zu probieren. Mit Kirschen oder Birne kann ich ihn mit sehr gut vorstellen, aber auch mit Mango oder Papaya, von denen ich hier momentan Tonnen verdrücke. Man muss aber auch dazu sagen, dass Mango und Papaya hier sowohl viel leckerer, als auch günstiger sind…

 

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Habt ihr Lust, auf Beiträge abseits von Kuchenrezepten? Beiträge, die mehr in die Richtung Reisebericht gehen oder zum Beispiel über die Süßspeisen oder generell das Essen hier handeln? Lasst es mich gerne wissen, in den Kommentaren ist genügend Platz für eure Wünsche oder Fragen. Aber jetzt wünsche ich euch erstmal viel Spaß mit diesem super leckeren Mirabellen-Nuss Kuchen

 

Mirabellen-Nuss Kuchen

Zutaten

250g Weichweizengrieß
250g gemahlene Mandeln
50g Mehl (gerne Dinkel-, oder Vollkornmehl)
1 Pck Backpulver
150g Zucker
200ml Hafermilch ungesüßt (oder eine andere Pflanzliche Milch)
250ml Wasser
genug Mirabellen um die Oberfläche zu bedecken. Können bei Bedarf auch unter den Teig gemischt werden, dann Menge anpassen

Zubereitung

1. Die Mirabellen waschen und vorsichtig halbieren und entsteinen. Der Saft lässt sich schwer wieder entfernen, also empfiehlt es sich mit Handschuhen zu arbeiten.

2. Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und vermischen. Dann die Pflanzenmilch und das Wasser hinzugeben und alles kurz klümpchenfrei rühren.

3. Den Teig in eine 26er Springform geben und die halbierten Mirabellen hübsch darauf verteilen.

4. Im 180°C heißen Ofen auf Ober-, Unterhitze 45-50 Minuten backen. Mit Puderzucker bestäuben.

Fertig!

 

Bei 16 Stück besitzt ein Stück ca.: 215kcal, 6g Eiweiß, 9g Fett, 13g Zucker

 

 

Weitere Rezepte mit Nüssen im Teig:

Upside down Rhabarberkuchen

Polenta Kuchen mit Kokossahne



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